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Triptane ©

Die neue Generation der Migränemedikamente

Die Triptane sind erst seit einigen Jahren auf dem Markt. Sie stellen die neueste Generation von Migränemedikamenten dar und haben die früher üblichen Mutterkornalkaloide fast völlig vom Markt verdrängt, da sie noch rascher und zuverlässiger als diese einen Migräneanfall beenden können. 

Triptane sind so genannte Serotonin-5HT1B/1D-Rezeptoragonisten. Dies bedeutet, dass sie an einen bestimmten Rezeptor (Schlüsselmolekül an der Zelloberfläche) im Gehirn andocken und dort Wirkungen wie der Nervenbotenstoff Serotonin entfalten. Dies führt dazu dass sich Gehirngefäße, die im Migräneanfall oft stark erweitert sind, wieder zusammenziehen. Außerdem hemmen Triptane die Freisetzung anderer Botenstoffe, die Gefäße erweitern und die Entzündungsprozesse an den Gefäßen auslösen können. Darüber hinaus behindern sie Schmerzsignale, die aus der Hirnhaut in das Gehirn gesendet werden. Triptane wirken also gefäßverengend, entzündungshemmend – sowohl Gefäßerweiterungen als auch Gefäßentzündungen sind entscheidende Faktoren bei Migräne – und analgetisch, also Schmerz mindernd. In dieser Kombination der Effekte stellen sie geradezu ideale Migränemedikamente dar. 

Sie können Triptane immer an der Endung „–triptan“ im Substanznamen erkennen, z.B. Allegro® = Frovatriptan. Es gibt derzeit sieben Triptane auf dem deutschen Markt, teilweise in verschiedenen Dosierungen und Darreichungsformen.

Triptane in Deutschland

Substanz    Handelsname
Almotriptan Almogran® 12,5 Filmtabl.
Eletriptan    Relpax® 20/40 Filmtabl.
Frovatriptan   Allegro® 2,5 Filmtabl.
Naratriptan  Naramig® Filmtabl.
Rizatriptan  MAXALT® 5/10 Tabl. / MAXALT® lingua 5/10
Sumatriptan   Imigran® 50/100 Filmtabl. / Imigran® T 50/100 Filmtabl. / Imigran® Nasal mite 10/Nasal 20 / Imigran® Zäpfchen / Imigran®-Inject, Imigran® s.c.
Zolmitriptan     AscoTop® 2,5/5 Filmtabl. / AscoTop® 2,5/5 Schmelztabl. / AscoTop® 5 Nasenspray

Da Migräneanfälle oft mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen, wirken Tabletten, die ja erst im Darm aufgenommen werden können, nicht immer zuverlässig. Zäpfchen, Tabletten, die schon im Mund aufgenommen werden, oder Spritzen wirken in diesen Fällen sicherer und schneller, können allerdings auch schneller Nebenwirkungen entfalten. Da die Triptane noch unter Patentschutz stehen, lassen sich die Pharmahersteller ihre Medikamente gut bezahlen: Die Behandlung eines Migräneanfalles kostet mit Triptanen etwa 10 €, bei den Spritzen sogar über 30 €. Ganz wichtig: Triptane können nur beim Anfall ihre Wirkung entfalten, vorbeugend wirken sie hingegen nicht. 

Gegenanzeigen für Triptane

Zustand nach Herzinfarkt
Koronare Herzkrankheit
Koronarer Vasospasmus (Verkrampfung der Herzkranzgefäße)
Schwerer oder schlecht eingestellter
Bluthochdruck
Schlaganfall
TIA (Transitorische ischämische Attacke, „Schläglein“)
Schwere Leberschwäche
Gleichzeitige Gabe von Ergotamin (Mutterkornalkaloid) oder andere
Serotonin-Rezeptor-Agonisten
Bestimmte, seltene Migräneformen (hemiplegische, basilare oder opthalmoplegische Migräne)

Nebenwirkungen der Triptane

Häufig:

Schwindel
Parästhesien (Empfindungsstörungen auf der Haut wie „Ameisenlaufen“ oder veränderte Berührungsempfindlichkeit oder Temperaturempfindung)
Kopfschmerzen
Müdigkeit, Benommenheit
Übelkeit
Mundtrockenheit
Bauchschmerzen
Hitzewallungen, Schwitzen
Engegefühl im Hals
Skelettschmerzen
Sehstörungen

Gelegentlich:

Zittern
Überempfindlichkeit bei Berührungen
Unwillkürliche Muskelzusammenziehungen
Durchfall
Blähungen
Verstopfung
Schmerzen
Erschöpfung
Fieber
Angst
Schlaflosigkeit
Verwirrtheit
Nervosität
Erregtheit
Konzentrationsschwäche
Euphorie oder
Depression
Denkstörungen
Schnupfen
Halsentzündung
Nasennebenentzündung
Rückenschmerzen
Gelenkschmerzen
Muskelschmerzen
Juckreiz
Tachykardie (schnelles Herzschlagen)
Tinnitus (Ohrensausen, Ohrgeräusche)
Ohrenschmerzen
Geschmackstörungen
Durst
Häufiges Wasserlassen
Entwässerung
Bluthochdruck

Selten:

Muskelverspannung
Muskelerschlaffung
Verlangsamte Reflexe
Zungenlähmung
Aufstoßen
Unspezifische Verdauungsstörungen
Schluckauf
Krämpfe der Speiseröhre
Magengeschwür
Schmerzen der Speicheldrüsen
Mundentzündung
Zahnschmerzen
Beinschmerzen
Gedächtnisstörungen
Verstärkung einer
Depression
Anormales Träumen
Persönlichkeitsstörungen
Hyperventilation (zu schnelles oder zu viel Atmen)
Verminderter Kalziumspiegel
Unterzuckerung
Bradykardie (langsames Herzschlagen)
Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit)
Nächtliches Wasserlassen
Nierenschmerzen
Dunkler Urin
Nierenschmerzen
Nasenbluten
Bewusstlosigkeit
Bilirubinerhöhung im Blut
Selbst zugefügte Verletzung
 

Wechselwirkungen der Triptane

Orale Kontrazeptiva („Pille“)    Erhöhung der Triptanblutspiegel
MAO-Hemmer (bestimmte Psychopharmaka)  Serotonin-Syndrom
Johanniskraut   Serotonin-Syndrom

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer       

Serotonin-Syndrom, Bluthochdruck, Verengung der Herzkranzgefäße

Triptane – starke Wirkungen, häufige Nebenwirkungen 

Die Hauptgegenanzeigen und –nebenwirkungen ergeben sich aus der Gefäß zusammenziehenden Wirkung der Triptane. Wenn auch nur der geringste Verdacht auf bereits bestehende Gefäßverengungen vorliegt, dürfen auf gar keinen Fall Triptane verordnet werden, da sonst ein Gefäßverschluss die Folge sein könnte. Liegen Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen vor (z.B. Bluthochdruck, starkes Übergewicht, hohes Cholesterin), dann sollte vor der Verordnung von Triptanen unbedingt durch entsprechende Diagnostik bereits bestehende Gefäßverengungen ausgeschlossen werden. 

Einige der anderen Nebenwirkungen ergeben sich aus den Effekten auf das zentrale Nervensystem und die Psyche. Da Triptane in den Serotoninstoffwechsel eingreifen und Serotonin einer der wichtigsten Botenstoffe des Nervensystems ist, kommt es durch Triptane nicht nur zu sehr starken Wirkungen, sondern nicht selten auch zu deutlichen Nebenwirkungen in diesem Bereich. Wie bei jeder Arzneimittelgabe müssen Risiken und Nutzen immer gut gegeneinander abgewogen werden. Dies ist bei Triptanen in besonderem Maße der Fall. Aus diesem Grunde dürfen auch Medikamente, die Gefäße zusammenziehen oder in den Serotoninhaushalt eingreifen, nicht zusammen mit den Triptanen verabreicht werden. Charakteristische Symptome eines Serotoninsyndroms können Fieber, Schüttelfrost, Zittern, Muskelzuckungen, Durchfall, Übelkeit, Bluthochdruck, elektrokardiographische Veränderungen, Koordinationsverlust, Herzrhythmusstörungen, eingeschränkte Funktionsfähigkeit der Niere, Leberschädigung, Unruhe und Verwirrung umfassen. Das Serotoninsyndrom kann im Ernstfall sogar zum Tode führen!  

Die wichtigste Nebenwirkung steht allerdings nicht im Beipackzettel und nicht in der Roten Liste: Triptane beenden nicht nur Migräne, sie begünstigen sie auch. Wir sehen hier dasselbe Prinzip, wie wir es auch schon bei den Antiarrhythmika beobachten können. Homöopathen kennen dieses Wirkprinzip schon lange. Eine Substanz, die eine bestimmte Krankheit erzeugt, kann diese unter Umständen auch heilen. Wissenschaftler haben in ihren Experimenten mit Triptanen am Menschen festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit für einen neuen Migräneanfall an den nächsten Tagen nach Einnahmedeutlich erhöht ist. Leider wird diese für die Anwendung der Triptane doch sehr wichtige Erkenntnis den Patienten mit Migräne meist verschwiegen. Dies bedeutet: Mit der Einnahme von Triptanen sollte man sehr zurückhaltend sein. Wenn irgend möglich, sollte man mit „harmloseren“ (bei Migräne aber leider auch schwächeren Medikamenten) wie z.B. ASS auskommen. Wenn man jedoch zu Triptanen greift, sollte man dies möglichst selten tun. Braucht ein Migränepatient alle zwei bis drei Tage ein Triptan, so handelt es sich vermutlich um eine triptanbedingte Migräne – das Medikament unterhält die Krankheit, gegen die es eigentlich eingesetzt wird. Greift man jedoch bei einem Migräneanfall zu Triptanen, dann sollte man nicht zu lange warten, sondern dies möglichst zu Beginn des Anfalles tun, da dann die Wirkung am schnellsten und zuverlässigsten eintritt. Für schwere, ansonsten kaum zu beeinflussende Migräneanfälle stellen Triptane eine wertvolle Bereicherung der therapeutischen Möglichkeiten dar – wenn die Gegenanzeigen beachtet und die Nebenwirkungen sorgfältig abgewogen werden.

Umfassend informiert zum Thema Migräne:

1. Teil - Migräne und Kopfschmerzen, eine allgemeine Einleitung, Link: www.migraene-1.de
2. Teil – Naturheilkundliche Therapie, Link: www.migraene-1.de/naturheilkundliche-therapie/
3. Teil – Alternative Heilmethoden, Link: www.migraene-1.de/alternative-heilmethoden/
4. Teil – Ernährung bei Kopfschmerzen, Link: www.migraene-1.de/ernaehrung-kopfschmerzen/
5. Teil – Entgiftung bei Kopfschmerzen, Link: www.migraene-1.de/entgiftung-kopfschmerzen/
6. Teil – Kopfschmerzen und Psyche, Link: www.migraene-1.de/kopfschmerzen-psyche/
7. TeilNeue Migränemedikamente, Link: www.1-medikamente.de/triptane/ 
und last but not least: ein Fallbeispiel „Kopfschmerzen – ganzheitlich geheilt“ finden Sie unter: www.migraene-1.de/kopfschmerzen/

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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