PPI
Kampf der Magensäure mit Protonen pumpeninh ibitorenWas
sind
Der Magen weist ein sehr saures Milieu auf. Dies dient der Abwehr von Mikroorganismen, die mit der Nahrung zugeführt werden, sowie der Vorverdauung (bestimmte Verdauungsenzyme des Magens entfalten in diesem sauren Milieu ihr Optimum). Die „Säurekraftwerke“ des Magens sind die so genannten Belegzellen der Magenschleimhaut. Sie stellen eine 0,1 normale Salzsäure her (das ist immerhin ein Zehntel der Konzentration von reiner, konzentrierter Salzsäure!). Sie bewerkstelligen dies mit Hilfe eines Enzyms, der K+/H+-ATPase. Dieses Enzym tauscht unter Energieverbrauch Kalium- gegen Wasserstoffionen aus. Wasserstoffionen bezeichnet man auch als Protonen. Sie sind für die Säurewirkung verantwortlich. Eine Säure ist – so wissen wir noch aus dem Chemie – unterricht – ein Protonendonator, also ein „Spender von Wasserstoffionen“. Die K+/H+-ATPase wird daher auch als Protonenpumpe bezeichnet. Die
sehr starke Säure des Magens greift nicht nur die Nahrung und darin enthaltene
Krankheitserreger an, sondern unter Umständen auch die eigene Magenschleimhaut,
wenn Schutzfaktoren der Schleimhaut nicht in ausreichendem Maße bereit stehen.
Wenn keine Säure da ist, kann auch keine Schleimhaut angegriffen werden.
Magenschleimhautentzündungen oder –geschwüre können nicht entstehen bzw. bereits
bestehende Magenerkrankungen können besser abheilen. Aus diesem Grunde versuchen
Ärzte die im Magen entstehende Säure zu binden (das machen die so genannten
Wenn es
gelingt, die K+/H+-ATPase
in ihrer Tätigkeit einzuschränken, so würde weniger Säure produziert und damit
die Schleimhaut geschont. Genau dies machen die Protonenpumpenhemmer oder
PPI. Dabei handelt es sich um eine neue Substanzklasse,
die erst seit einigen Jahren auf dem Markt ist und die älteren
Anti-Säure-Mittel, nämlich die
Mit PPI nicht nur Schutz vor Magengeschwür Bei allen Erkrankungen, bei denen die Magensäure eine Rolle spielt, wie Magengeschwür, Zwölffingerdarmgeschwür, aber auch Refluxösophagitis ist an den Einsatz der PPI zu denken. Die schulmedizinische Behandlung des Helicobacter pylori kommt ohne PPI auch nicht aus. Hierbei versuchen Ärzte mit Hilfe von zwei verschiedenen Antibiotika den unangenehmen Magenbakterien den Garaus zu machen. Dies gelingt in einem hohen Prozentsatz aber nur, wenn zu den Antibiotika PPI dazu gegeben werden. Tab. 1 Anzeigen für PPI
Ø
Ulcus
ventriculi (Magengeschwür) Tab. 2 PPI in Deutschland (unvollständige Aufzählung)
Die Rote-Liste 2003 enthält 24 verschiedene PPI -Präparate. Unter Berücksichtigung verschiedener Dosierungen gibt es etwa hundert verschiedene Präparate! Tab. 3 Wichtige Gegenanzeigen für PPI
Ø
Kinder (es
liegen hier keine Erfahrungen vor)
Besondere Vorsicht ist gegeben bei:
Starke Wirksamkeit, zahlreiche In der
Pharmakologie heißt es: Mittel, die stark wirksam sind, haben meist auch starke
Tab. 4
Häufig (1-10 %):
Ø
Gelegentlich (0,1-1%):
Ø
Dermatitis
(Hautentzündung) Selten (0,01-0,1 %):
Ø
Anaphylatkischer Schock (gefährliche Überempfinlichkeitsreaktion) Sehr selten (kleiner 0,01 %):
Ø
Pankreatitis
(Bauchspeicheldrüsenentzündung)
Gefährliche Tab. 5 Wechselwirkungen von PPI mit anderen Medikamenten
Ø
Diazepam (z.B.
Valium®): wird vermindert ausgeschieden
PPI sind stark wirksame
Medikamente, die in der Hand des
damit erfahrenen und zurückhaltend verordnenden Arztes ihre segensreiche Wirkung
entfalten können. Sie sollten jedoch nicht unkritisch bei jedem kleinen
Magendrücken verordnet werden, da dann die in Kauf zu nehmenden
Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz. Alle oben erwähnten Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.
Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
Weitere Informationen zu Krankheiten finden Sie bei der Wicker-Gruppe unter www.informationen-zu-krankheiten.de. Info-Material zur Klinik anfordern: www.wicker-gruppe.de/infomaterial-anfordern.html Die
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