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Nicht-Steroidale Antirheumatika ©  


Was sind
Nicht-Steroidale Antirheumatika, wie wirken sie? 

Nicht-Steroidale Antirheumatika sind Analgetika (Schmerzmittel) und Antiphlogistika (Entzündungshemmer), die nicht von Kortison-Steroiden (also nicht-steroidal) abstammen. Sie hemmen im Körper die Prostaglandinsynthese. Prostaglandine sind wichtige Botenstoffe, die u.a. auch Entzündungsprozesse fördern. Leider werden dabei nicht nur die „schlechten“ Prostaglandine weniger gebildet, sondern auch für uns nützliche. Bestimmte Prostaglandine schützen die Magenschleimhaut, weshalb alle Nicht-Steroidale Antirheumatika mehr oder stark die Magenschleimhaut angreifen können. 

In den letzten Jahren sorgten sogenannte COX-2-Hemmer (z.B. Celecoxib = Celebrex®, Rofecoxib = Vioxx®,) für Furore, die spezifisch die Entzündungsprostaglandine, nicht aber die Magenprostaglandine hemmen sollten. Und in der Tat traten unter der Therapie damit auch weniger Magen-Beschwerden auf. Leider starben darunter aber genauso viele Patienten, da mehr tödliche Herzkrankheiten als unter den klassischen Nicht-Steroidale Antirheumatika auftreten. Ende September 2004 wurde das Arthrose- und Rheumamittel Vioxx® vom Markt genommen. Celebrex® ist nach wie vor auf dem Markt. Die Fach- und Packungsinformationen sind seit April 2005 mit weitergehenden Warnhinweisen versehen. Diese Hinweise betreffen sowohl mögliche kardiovaskuläre als auch gastrointestinale Risiken. Sie sind daher nur in besonderen Ausnahmefällen empfehlenswert. 

Tab. 1    Wichtige Anzeigen für Nicht-Steroidale Antirheumatika

      Schmerzen und Entzündung bei:
Ø     
Arthritis (Gelenkentzündung) oder Arthrose
Ø     
Gicht
Ø     
Morbus Bechterew
Ø      Entzündung, Schmerz und Schwellung nach Operationen
Ø      Verletzungen
Ø      nicht-rheumatische, entzündliche Schmerzzustände
Ø      Kopf-, Zahn- oder Regelschmerzen

Bei der Behandlung ist zu beachten, dass sie nur symptomatisch und nicht ursächlich ist und auch nur vorübergehend sein sollte. Bei chronischen Erkrankungen (z.B. PcP = primär chronische Polyarthritis) kann die Behandlung auch einmal über mehrere Jahre gehen. Dann sollte aber besonders auf die Nebenwirkungen (z.B. Magen) geachtet werden. 

Tab. 2    Nicht-Steroidale Antirheumatika in Deutschland (unvollständige Aufzählung)

Substanz Handelsname
Aceclofenac Beofenac®
Acemetacin Acephlogont®, Acemetadoc®
Diclofenac Diclo-Puren®, Voltaren®
Ibuprofen Aktren®, Dolgit®
Indometacin Amuno®, Indocontin®
Ketoprofen Alrheumun®, Gabrilen®
Lonazolac Argun®, Arthro akut®
Meloxicam Mobec®
Naproxen Naproxen hexal®, Proxen®
Piroxicam   Felden® 

Die Rote-Liste 2002 enthält allein 178 verschiedene Nicht-Steroidale Antirheumatika - Präparate. Dabei sind verschiedene Darreichungsformen (Tropfen, Tabletten, Zäpfchen, Ampullen) und Dosierungen noch nicht einmal berücksichtigt. Dann gibt es sogar mehrere hundert verschiedene Präparate, was die Größe des „Marktes“ für diese Mittel veranschaulicht. Alle Substanzen, die auf –ofen, -acin oder –fenac enden, sind Nicht-Steroidale Antirheumatika.  

Tab. 3    Wichtige Gegenanzeigen für Nicht-Steroidale Antirheumatika 

           Ø      Blutbildungsstörungen
    
Ø      Magen-Darm-Geschwüre
    
Ø      Schwangerschaft im letzten Drittel 

Besondere Vorsicht mit Nicht-Steroidale Antirheumatika ist gegeben bei:

      Ø      Schwangerschaft in den ersten beiden Dritteln
Ø      Stillzeit
Ø      Ältere Menschen
Ø      Kinder
Ø     
Magen-Darm-Geschwüre in der Vorgeschichte
Ø      Magen-Darm-Beschwerden
Ø     
Bluthochdruck
Ø      Herzschwäche
Ø      Leberschwäche
Ø      Nierenschwäche
Ø      Analgetika-Intoleranz (Schmerzmittelunverträglichkeit)
Ø      Asthma, Heuschnupfen, chronische Atemwegsinfekte
Ø      Akute hepatische Porphyrie (seltene Stoffwechselerkrankung)
Ø      Lupus erythematodes, Mischkollagenosen (bestimmte Autoimmunerkrankungen) 

Zahlreiche Nebenwirkungen sind möglich

Die bedeutendste Nebenwirkung der Nicht-Steroidale Antirheumatika sind Schädigungen der Magenschleimhaut, was bis zu einem Geschwür gehen kann. Seriösen Schätzungen zufolge sterben in Deutschland jährlich etwa 1200 Menschen an Magenblutungen durch Nicht-Steroidale Antirheumatika! Dies bedeutet, dass die Indikationsstellung sehr sorgfältig geprüft werden muss. Die Therapie sollte – in Absprache mit dem Arzt – auch nicht länger als unbedingt notwenig erfolgen. Bei einer erforderlichen Dauertherapie mit Nicht-Steroidale Antirheumatika sollte auf Anzeichen für eine Magenschädigung geachtet werden. Dies können Schmerzen, Sodbrennen, mitunter aber auch nur Übelkeit sein. 

Die Prostaglandine sind auch für die Nierenfunktion wichtig. Da Nicht-Steroidale Antirheumatika zu einer Hemmung der Prostaglandine führt, kann mitunter auch die Nierenfunktion beeinträchtigt werden – dies ist besonders bei bereits vorgeschädigter Niere zu beachten. Es kann daher zu vermehrten Wassereinlagerungen (Ödeme) und Bluthochdruck kommen. Durch die vermehrte Wasserbelastung des Organismus kann eine bestehende Herzschwäche unter Umständen verstärkt werden. 

Oftmals nehmen gerade ältere Menschen Nicht-Steroidale Antirheumatika ein (z.B. wegen Rheuma oder Arthrose). Gerade diese sind von den Nebenwirkungen mehr gefährdet, da häufig schon organische Vorschädigungen vorliegen. Außerdem kann es hier zu Magenschleimhautentzündungen oder gar Geschwüren kommen, die manchmal vom Patienten gar nicht bemerkt werden. 

Bei längerer Gabe von Nicht-Steroidale Antirheumatika sollte auch gelegentlich einmal das Blutbild bestimmt werden. Zum Einen kann das Blut durch eine Störung der Blutbildung geschädigt werden, zum Anderen kann man anhand des Blutbildes den Verdacht schöpfen, dass vielleicht eine unbemerkte chronische Blutung vorliegt. 

Bei Injektionen in den Muskel gibt es ein (kleines) Risiko für Abszesse. Da Zäpfchen fast genauso schnell hohe Blutspiegel wie die Spritze erzielen, gibt es heute eigentlich keine Anzeige mehr für eine Spritze mit Nicht-Steroidale Antirheumatika. 

Tab. 4    Nebenwirkungen von Nicht-Steroidale Antirheumatika

      Ø      Magen-Darm-Störungen wie Übelkeit, Durchfall
Ø      versteckte Magen-Darm-Blutungen
Ø      Magen-Darm-Geschwüre
Ø      Magen-Darm-Geschwüre
Ø      Hyperkaliämie
Ø      Nierenfunktionsstörungen
Ø      Kopfschmerz, Müdigkeit, Schwindel
Ø      Seh- oder Hörstörungen
Ø      Leberfunktionsstörungen
Ø      Störungen der Blutbildung
Ø      Bronchospasmen
Ø      Schwere Hautreaktionen

Ø      Überempfindlichkeitsreaktionen (mit Blutdruckabfall bis zum Schock)
Ø      i.m.-Injektionen: Abszesse

Tab. 5   Wechselwirkungen von Nicht-Steroidale Antirheumatika mit anderen Medikamenten

Kortisonpräparate Blutungs- und Geschwürgefahr am Magen massiv erhöht
Blutdruckmittel Blutdrucksenkung abgeschwächt
Lithium Lithiumspiegel erhöht
Digoxin Digoxinspiegel erhöht
Phenytoin  Phenytoinspiegel erhöht
Methotrexat  Methotrexat-Giftigkeit erhöht
Antikoagulantien, orale Blutungsgefahr erhöht
Antidiabetika, orale Blutzuckersenkung verstärkt
Kaliumsparende Entwässerungsmittel Erhöhter Kaliumspiegel
Entwässerungsmittel Entwässerungswirkung vermindert

Vorsicht bei Einnahme anderer Medikamente 

Wie Sie der Tab. 5 entnehmen können, gibt es zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Dabei ist besonders die Gefahr für den Magen bei kombinierter Einnahme von Nicht-Steroidale Antirheumatika und Kortikoiden hervorzuheben. Hier sollte an die zusätzliche Gabe eines Magenschutzpräparates gedacht werden. Bei Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten (Antikoagulantien, z.B. Marcumar®) und Neuverordnung eines Nicht-Steroidale Antirheumatika sollte engmaschig der Quickwert bestimmt werden, um ein Blutungsrisiko zu minimieren. Werden blutzuckersenkende Medikamente (Antidiabetika) eingenommen und wird ein Nicht-Steroidale Antirheumatika hinzu genommen, so sollte engmaschig der Blutzucker bestimmt werden, um eine Unterzuckerung rechtzeitig zu erkennen. 

Fazit 

Nicht-Steroidale Antirheumatika haben ihre Indikation bei den oben erwähnten Erkrankungen. Aufgrund des Neben- und Wechselwirkungsspektrums dieser potenten Schmerz- und Entzündungshemmer sollte die Indikation jedoch streng gestellt und eine Dauereinnahme nach Möglichkeit vermieden werden. Bei kurzzeitiger Einnahme (z.B. einmal eine Ibuprofen wegen Kopfschmerzen) sind die Risiken natürlich entsprechend geringer. Wie bei allen Medikamenten müssen Nutzen und Risiken sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Eine hohe Entzündungsaktivität einer rheumatischen Erkrankung gehört auch mit schulmedizinischen Medikamenten behandelt, wenn naturheilkundliche Verfahren nicht greifen sollten. Das Risiko der Nebenwirkungen ist dann gegen das nicht unerhebliche Risiko der Nichtbehandlung und der möglichen Folge von bleibenden Gelenkdeformitäten abzuwägen.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit  

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

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