Nicht-Steroidale
Antirheumatika
Nicht-Steroidale Antirheumatika sind Analgetika (Schmerzmittel) und Antiphlogistika (Entzündungshemmer), die nicht von Kortison-Steroiden (also nicht-steroidal) abstammen. Sie hemmen im Körper die Prostaglandinsynthese. Prostaglandine sind wichtige Botenstoffe, die u.a. auch Entzündungsprozesse fördern. Leider werden dabei nicht nur die „schlechten“ Prostaglandine weniger gebildet, sondern auch für uns nützliche. Bestimmte Prostaglandine schützen die Magenschleimhaut, weshalb alle Nicht-Steroidale Antirheumatika mehr oder stark die Magenschleimhaut angreifen können. In den
letzten Jahren sorgten sogenannte COX-2-Hemmer (z.B. Celecoxib = Celebrex®,
Rofecoxib =
Tab. 1 Wichtige Anzeigen für Nicht-Steroidale Antirheumatika
Schmerzen und
Entzündung bei: Bei der
Behandlung ist zu beachten, dass sie nur symptomatisch und nicht ursächlich ist
und auch nur vorübergehend sein sollte. Bei chronischen Erkrankungen (z.B. PcP =
primär chronische
Tab. 2 Nicht-Steroidale Antirheumatika in Deutschland (unvollständige Aufzählung)
Die Rote-Liste 2002 enthält allein 178 verschiedene Nicht-Steroidale Antirheumatika - Präparate. Dabei sind verschiedene Darreichungsformen (Tropfen, Tabletten, Zäpfchen, Ampullen) und Dosierungen noch nicht einmal berücksichtigt. Dann gibt es sogar mehrere hundert verschiedene Präparate, was die Größe des „Marktes“ für diese Mittel veranschaulicht. Alle Substanzen, die auf –ofen, -acin oder –fenac enden, sind Nicht-Steroidale Antirheumatika. Tab. 3 Wichtige Gegenanzeigen für Nicht-Steroidale Antirheumatika
Ø
Blutbildungsstörungen Besondere Vorsicht mit Nicht-Steroidale Antirheumatika ist gegeben bei:
Ø
Schwangerschaft in den ersten beiden Dritteln Zahlreiche Nebenwirkungen sind möglichDie
bedeutendste
Nebenwirkung der Nicht-Steroidale Antirheumatika sind Schädigungen der Magenschleimhaut, was
bis zu einem
Geschwür gehen kann. Seriösen Schätzungen zufolge sterben in
Deutschland jährlich etwa 1200 Menschen an Magenblutungen durch Nicht-Steroidale
Antirheumatika! Dies
bedeutet, dass die Indikationsstellung sehr sorgfältig geprüft werden muss. Die
Therapie sollte – in Absprache mit dem Arzt – auch nicht länger als unbedingt
notwenig erfolgen. Bei einer erforderlichen Dauertherapie mit Nicht-Steroidale
Antirheumatika sollte auf
Anzeichen für eine Magenschädigung geachtet werden. Dies können Schmerzen,
Die
Prostaglandine sind auch für die Nierenfunktion wichtig. Da Nicht-Steroidale
Antirheumatika zu einer
Hemmung der Prostaglandine führt, kann mitunter auch die Nierenfunktion
beeinträchtigt werden – dies ist besonders bei bereits vorgeschädigter Niere zu
beachten. Es kann daher zu vermehrten
Wassereinlagerungen (Ödeme) und
Oftmals
nehmen gerade ältere Menschen Nicht-Steroidale Antirheumatika ein (z.B. wegen
Rheuma oder
Bei längerer Gabe von Nicht-Steroidale Antirheumatika sollte auch gelegentlich einmal das Blutbild bestimmt werden. Zum Einen kann das Blut durch eine Störung der Blutbildung geschädigt werden, zum Anderen kann man anhand des Blutbildes den Verdacht schöpfen, dass vielleicht eine unbemerkte chronische Blutung vorliegt. Bei Injektionen in den Muskel gibt es ein (kleines) Risiko für Abszesse. Da Zäpfchen fast genauso schnell hohe Blutspiegel wie die Spritze erzielen, gibt es heute eigentlich keine Anzeige mehr für eine Spritze mit Nicht-Steroidale Antirheumatika. Tab. 4 Nebenwirkungen von Nicht-Steroidale Antirheumatika
Ø
Magen-Darm-Störungen wie Übelkeit,
Tab. 5 Wechselwirkungen von Nicht-Steroidale Antirheumatika mit anderen Medikamenten
Vorsicht bei Einnahme anderer Medikamente Wie Sie
der Tab. 5 entnehmen können, gibt es zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen
Medikamenten. Dabei ist besonders die Gefahr für den Magen bei kombinierter
Einnahme von Nicht-Steroidale Antirheumatika und Kortikoiden hervorzuheben. Hier sollte an die zusätzliche
Gabe eines Magenschutzpräparates gedacht werden. Bei Einnahme von
blutgerinnungshemmenden
Medikamenten (Antikoagulantien, z.B.
Fazit Nicht-Steroidale Antirheumatika haben ihre Indikation bei den oben erwähnten Erkrankungen. Aufgrund des Neben- und Wechselwirkungsspektrums dieser potenten Schmerz- und Entzündungshemmer sollte die Indikation jedoch streng gestellt und eine Dauereinnahme nach Möglichkeit vermieden werden. Bei kurzzeitiger Einnahme (z.B. einmal eine Ibuprofen wegen Kopfschmerzen) sind die Risiken natürlich entsprechend geringer. Wie bei allen Medikamenten müssen Nutzen und Risiken sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Eine hohe Entzündungsaktivität einer rheumatischen Erkrankung gehört auch mit schulmedizinischen Medikamenten behandelt, wenn naturheilkundliche Verfahren nicht greifen sollten. Das Risiko der Nebenwirkungen ist dann gegen das nicht unerhebliche Risiko der Nichtbehandlung und der möglichen Folge von bleibenden Gelenkdeformitäten abzuwägen.Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz.
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