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| Falithrom® | Marcumar® | Marcuphen® | Phenprogamma® | Phenpro.-ratiopharm® |
Tab. 3 Wichtige Gegenanzeigen für Phenprocoumon
Ø
Krankheiten
mit erhöhter Blutungsbereitschaft
Ø
Erkrankungen,
bei denen der Verdacht auf eine Schädigung eines Blutgefäßes besteht
(z.B.
Magen-Darm-Geschwür,
Schlaganfall, schlecht eingestellter Blutdruck)
Ø
Lungentuberkulose mit Kavernen
Ø
Schwangerschaft
Besondere Vorsicht ist gegeben bei:
Ø
Epilepsie
Ø
Alkoholismus
Ø
Nierensteinen
Ø
Stillzeit
Ø
Mangelnde
Compliance
In
einigen Fällen darf gar kein Marcumar eingenommen werden (siehe Tab. 3). Da die
wichtigste
Seine
Alle
anderen
Vorsicht bei neuen Medikamenten!
Es gibt zahlreiche Medikamente, die den Quickwert – nach oben oder nach unten – beeinflussen (s. Tab. 5). Diese Liste ist unvollständig. Wichtig ist, dass der marcumarisierte Patient bei jedem neuen Präparat unbedingt in den Beipackzettel schaut und auf Wechselwirkungen mit Marcumar achtet. Der marcumarisierte Patient sollte sich bitte nicht darauf verlassen, dass der Arzt „schon weiß, was er verordnet hat“. Bis auf wenige Ärzte, deren tägliches Brot sozusagen das Marcumar ist, weiß kein Arzt alle Wechselwirkungen auswendig! Wenn Wechselwirkungen bestehen, bedeutet dies nicht, dass das Medikament überhaupt nicht gegeben werden darf. Vielmehr reicht es meistens aus, den Quickwert engmaschiger zu kontrollieren und die Marcumardosis entsprechend anzupassen.
Fazit
Wie bei jedem Medikament müssen wir immer Risiko und Nutzen gegeneinander abwägen. Vieles Wichtige, was der Marcumar-Patient beachten sollte, ist oben beschrieben. Arbeitet der Patient hier gut mit (und bestimmt seinen Quickwert vielleicht sogar selbst, s.u.), dann ist die Marcumar-Therapie mit einer relativ geringen Komplikationsrate behaftet – im Vergleich zu den Risiken der zu behandelnden Grunderkrankung bei Nicht-Behandlung.
Tab. 4 Medikament Phenprocoumon
Ø
Hautnekrosen
(Absterben von Hautgebieten)
Ø
Urticaria
(Nesselausschlag)
Ø
Dermatitis
(Hautentzündung)
Ø
Alopezie
(Haarausfall)
Ø
Netzhautblutungen
Ø
Übelkeit,
Appetitlosigkeit, Durchfall
Ø
Leberschäden
Ø
Blutungen
Tab. 5 Wechselwirkungen von Phenprocoumon mit anderen Medikamenten
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Verstärkung der Wirkung von Phenprocoumon |
| Ebenso: Fibrate, verschiedene Antibiotika, Allopurionol, Testosteron, Schilddrüsenhormone und viele andere |
| Barbiturate | Verminderung der Wirkung von Phenprocoumon |
| Ebenso: Carbamazepin, Kortison u.a. |
| Alkohol | akut Verstärkung der Wirkung, chronisch Verminderung der Wirkung |
Was tun bei einer Blutung unter Marcumar
Bei einer kleinen Wunde (z.B. in den Finger schneiden bei der Haushaltsarbeit) reicht ein etwas längeres Drücken auf die Wunde und ggf. ein Druckverband aus. Bestehen chronische Blutungen, sollte die Dosis reduziert oder Marcumar ganz abgesetzt werden, damit der Quickwert in den nächsten Tagen wieder deutlich ansteigen kann (nicht ohne ärztliche Zustimmung!). Viele Marcumarpatienten führen eine Ampulle mit Vitamin K mit sich, welche sie im Notfall zu sich nehmen sollen. Dies ist bestenfalls Psychotherapie (es dient nur der Beruhigung). Die Wirkung tritt nämlich erst nach zwei bis drei Tagen messbar ein. Besteht eine wirklich bedrohliche Blutung, dann muss der Quickwert rasch angehoben werden. Hierzu bedient man sich eines Prothrombinkomplexpräparates, welches die fehlenden Gerinnungsfaktoren ersetzt.
Niedrigeres Risiko durch Quickwertselbstbestimmung
Die
Behandlung mit Marcumar ist ein schönes Beispiel, wie Patienten durch Übernahme
von Eigenverantwortung ihre Situation entscheidend verbessern können. Seit
einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, den Quickwert (der die
Gerinnungssituation anzeigt) mit einem Blutstropfen und einem Messgerät ähnlich
der Blutzuckermessung selbst zu bestimmen. Der Patient legt aufgrund des Wertes
dann seine Marcumardosis selbst fest. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die
Einführung der Quickwertselbstbestimmung nicht ohne Widerstand seitens vieler
Ärzte geblieben ist. Da der Quickwert von vielen Faktoren
beeinflusst wird, starken Schwankungen unterliegen kann und die Veränderung
einer Marcumardosis sich erst nach 2-3 Tagen richtig auswirkt, ist die exakte
Steuerung eine wahre Kunst, mit der sich auch Ärzte nicht immer ganz leicht tun.
Und diese schwierige und gefährliche Gratwanderung zwischen Scylla und Charybdis
(Blutung oder
Thrombose!) soll von Patienten selbst bewältigt werden?! Die
Kritiker wurden jedoch eines Besseren belegt: Inzwischen konnte eindeutig
nachgewiesen werden, dass gut geschulte Patienten (dies ist natürlich die
Grundvoraussetzung!) ihren Quickwert besser einstellen können, als dies der Arzt
vermag. Der Grund dafür ist sehr einleuchtend: Es geht für den Patienten
schließlich ans Eingemachte! Er weiß ganz genau: Wenn ich hier einen Fehler
begehe, dann verblute ich oder sitze nach einem
Schlaganfall im Rollstuhl.
Selbstverständlich gibt es Kontrollen und Rücksprachen mit den behandelnden
Ärzten.
Nicht jeder kann und sollte die Quickwertselbstbestimmung erlernen (nur bei Marcumarisierung über mehrere Jahre oder gar lebenslang ist dies sinnvoll). Auch sollte eine gewisse Geschicklichkeit (der Tropfen muss genau platziert werden) und Intelligenz vorhanden sein. Je älter und gebrechlicher (körperlich und geistig) ein Patient ist, desto weniger wird man es dem Patienten zutrauen. Bei 60-70 Jahren wird man irgendwo die Grenze ziehen, wobei "fitte" 70jährige durchaus noch dazu in der Lage sein können. Nach einer intensiven Schulung und einer Überprüfung der erlernten Fähigkeit, darf der Patient sich dann selbst einstellen. Und was Kritiker zunächst nicht wahrhaben wollten: Bei Patienten mit Quickwertselbstbestimmung ist sowohl die Blutungsneigung als auch die Thrombosegefahr deutlich niedriger als bei der Fremdbestimmung durch den Arzt. Wie in so vielen Bereichen gilt auch hier: Übernahme von Eigenverantwortung verbessert die Prognose!
Vergessen
Sie die
Ein Wort noch zu Marcumar, Vitamin K und
Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
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