Gerinnungshemmer
Vor
vielen Jahren entdeckten Viehzüchter, dass ihre Tiere an Blutungen verendeten,
wenn sie viel von bestimmten Pflanzen auf den Weiden fraßen. Pharmakologen
entdeckten, dass für diese Blutungen die in diesen Pflanzen enthaltenen Cumarine
verantwortlich sind. Man entdeckte schnell, dass die Cumarine die Bildung
bestimmter, in der Leber gebildeter Gerinnungsfaktoren spezifisch hemmen. Diese
Cumarine sind praktisch Gegenspieler des für die Bildung dieser Faktoren
notwendigen Vitamin K. Daher kann man mit einer zusätzlichen Zufuhr von Da man schon lange nach einem potenten Gerinnungshemmer für bestimmte Erkrankungen (z.B. Thrombosen) gesucht hatte, war man nun endlich fündig geworden. Das hieraus entwickelte Phenprocoumon (bekanntester Handelsname ist das Marcumar®) stammt ursprünglich also eigentlich aus der Natur. Respekt, aber keine Angst vor Gerinnungshemmer! Beim Gerinnungshemmer Mar cumar handelt es sich nun aber um eines der Medikamente, die mit einer großen Angst besetzt sind, besonders bei naturheilkundlichen Patienten - eigentlich nur noch mit der Angst vor Kortison oder Antibiotika vergleichbar. Auch beim Gerinnungshemmer gilt jedoch: Gemeinsam mit dem Arzt sollten Sie Risiko und Nutzen sorgfältig abwägen. Die
Indikation für Gerinnungshemmer ist immer dann gegeben, wenn die Gefahr einer
Gerinnselbildung sehr groß ist. Und wenn die Gefahr länger als nur einige Tage
bestehen wird. In diesem Fall wird der Arzt nämlich eine Heparinspritze
verordnen (z.B. einige Tage postoperativ, wenn der Patient liegen muss und das
Risiko einer
Unterschenkelvenenthrombose groß ist). Auch bei den meisten künstlichen
Herzklappen ist das Risiko einer Gerinnselbildung ( Gerinnungshemmer, wenn der Vorhof flimmert Das
größte Indikationsgebiet ist aber die
Ø Behandlung und Vorbeugung von Thrombosen und Embolien
Tab. 2
Gerinnungshemmer
Phenprocoumon in Deutschland
Tab. 3 Wichtige Gegenanzeigen für Gerinnungshemmer Phenprocoumon
Ø
Krankheiten
mit erhöhter Blutungsbereitschaft
Besondere Vorsicht ist gegeben bei:
Gerinnungshemmer:
Zahlreiche
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Verstärkung der Wirkung von Phenprocoumon |
| Ebenso: Fibrate, verschiedene Antibiotika, Allopurionol, Testosteron, Schilddrüsenhormone und viele andere |
| Barbiturate | Verminderung der Wirkung von Phenprocoumon |
| Ebenso: Carbamazepin, Kortison u.a. |
| Alkohol | akut Verstärkung der Wirkung, chronisch Verminderung der Wirkung |
Was tun bei einer Blutung unter Gerinnungshemmer
Bei
einer kleinen Wunde (z.B. in den Finger schneiden bei der Haushaltsarbeit)
reicht ein etwas längeres Drücken auf die Wunde und ggf. ein Druckverband aus.
Bestehen chronische Blutungen, sollte die Dosis reduziert oder Gerinnungshemmer ganz
abgesetzt werden, damit der Quickwert in den nächsten Tagen wieder deutlich
ansteigen kann (nicht ohne ärztliche Zustimmung!). Viele
Marcumarpatienten
führen eine Ampulle mit
Gerinnungshemmer: Niedrigeres Risiko durch Quickwertselbstbestimmung
Die
Behandlung mit Mar
cumar
als Gerinnungshemmer ist ein schönes Beispiel, wie Patienten durch Übernahme
von Eigenverantwortung ihre Situation entscheidend verbessern können. Seit
einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, den Quickwert (der die
Gerinnungssituation anzeigt) mit einem Blutstropfen und einem Messgerät ähnlich
der Blutzuckermessung selbst zu bestimmen. Der Patient legt aufgrund des Wertes
dann seine Mar cumardosis selbst fest. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die
Einführung der Quickwertselbstbestimmung nicht ohne Widerstand seitens vieler
Ärzte geblieben ist. Da der Quickwert von vielen Faktoren
beeinflusst wird, starken Schwankungen unterliegen kann und die Veränderung
einer Mar cumardosis sich erst nach 2-3 Tagen richtig auswirkt, ist die exakte
Steuerung eine wahre Kunst, mit der sich auch Ärzte nicht immer ganz leicht tun.
Und diese schwierige und gefährliche Gratwanderung zwischen Scylla und Charybdis
(Blutung oder
Thrombose!) soll von Patienten selbst bewältigt werden?! Die
Kritiker wurden jedoch eines Besseren belegt: Inzwischen konnte eindeutig
nachgewiesen werden, dass gut geschulte Patienten (dies ist natürlich die
Grundvoraussetzung!) ihren Quickwert besser einstellen können, als dies der Arzt
vermag. Der Grund dafür ist sehr einleuchtend: Es geht für den Patienten
schließlich ans Eingemachte! Er weiß ganz genau: Wenn ich hier einen Fehler
begehe, dann verblute ich oder sitze nach einem
Schlaganfall im Rollstuhl.
Selbstverständlich gibt es Kontrollen und Rücksprachen mit den behandelnden
Ärzten.
Nicht jeder kann und sollte die Quickwertselbstbestimmung erlernen (nur bei Marcumarisierung über mehrere Jahre oder gar lebenslang ist dies sinnvoll). Auch sollte eine gewisse Geschicklichkeit (der Tropfen muss genau platziert werden) und Intelligenz vorhanden sein. Je älter und gebrechlicher (körperlich und geistig) ein Patient ist, desto weniger wird man es dem Patienten zutrauen. Bei 60-70 Jahren wird man irgendwo die Grenze ziehen, wobei "fitte" 70jährige durchaus noch dazu in der Lage sein können. Nach einer intensiven Schulung und einer Überprüfung der erlernten Fähigkeit, darf der Patient sich dann selbst einstellen. Und was Kritiker zunächst nicht wahrhaben wollten: Bei Patienten mit Quickwertselbstbestimmung ist sowohl die Blutungsneigung als auch die Thrombosegefahr deutlich niedriger als bei der Fremdbestimmung durch den Arzt. Wie in so vielen Bereichen gilt auch hier: Übernahme von Eigenverantwortung verbessert die Prognose!
Gerinnungshemmer:
Vergessen
Sie die
Ein Wort noch zum Gerinnungshemmer, Vitamin K und
Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
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Alle oben erwähnten Laboruntersuchungen (dazu Langzeit-EKG, Belastungs-EKG, Echokardiographie) können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.
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