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Buscopan®

Buthylscopolamin 


Das bekannteste Präparat mit Buthylscopolamin ist das Buscopan®. Andere Handelspräparate sind Spasman scop® und BS-ratiopharm®. Buthylscopolamin kann oral, also in Tabletten- oder Dragee-Form, als Zäpfchen oder als Spritze verabreicht werden. Buthylscopolamin ist fast ein Naturheilmittel. Der Grundstoff Scopolamin ist pflanzlichen Ursprungs (Stechapfel oder Engelstrompete) und wird chemisch nur gering verändert. Es gibt auch eine Kombination mit dem Schmerzmittel Paracetamol (Buscopan plus®). 

http://www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/001/00084/HWG00084.html http://www.heilfastenkur.de/Stechapfel.shtml http://www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/001/00084/HWG00084.html

Buthylscopolamin hat eine parasympatholytische Wirkung. Es beeinflusst also einen Teil unseres unwillkürlichen, vegetativen Nervensystems, welche von uns bewusst nicht steuerbare Funktionen regelt wie etwa die Schweißdrüsen oder die glatte Muskulatur des Darmes. Es ist mit dem Atropin (aus der Tollkirsche) chemisch verwandt und hat daher auch ähnliche Wirkungen und Nebenwirkungen. Die wichtigste Wirkung, wegen der Buscopan eingesetzt wird, ist sein spasmolytischer, also sein krampflösender Effekt. 

Das konventionelle Mittel der Wahl bei Krämpfen: Buscopan 

Bei allen Krämpfen der glatten Muskulatur kann diese Substanz gute Dienste tun. Im Vordergrund stehen dabei Krämpfe der Darmmuskulatur, Nieren- und Gallenkoliken. Durch die Entspannung der Muskulatur kommt es zu Erweiterung der Harnleiter bzw. des Gallenganges und der die Kolik auslösende Stein kann besser abgehen. Für Regelschmerzen hat es zwar keine Zulassung. Frauen mit Unterleibskrämpfen berichten aber gute Besserungen nach Einnahme von Buthylscopolamin. 

Buscopan - Gegenanzeigen bedenken 

Der Einsatz verbietet sich überall dort, wo eine zu starke Entspannung der Muskulatur vermieden werden muss. Wenn bereits Verengungen im Magen-Darm-Trakt vorliegen, könnte es bei Einnahme von Buthylscopolamin zu einem Darmverschluss kommen. Ist die Urinausscheidung über die Blase gestört, so könnte es zu vermehrtem Restharn mit der Gefahr von Infektionen kommen. Schlägt das Herz schnell oder unregelmäßig, so könnte dies noch verstärkt werden (weitere Gegenanzeigen siehe Liste). 

Die wichtigste Nebenwirkung sind trockene Haut (durch verminderte Schweißproduktion) und Schleimhäute. Für den Patienten ist häufig das erste, deutlichste und (meist) auch einzige Symptom der trockene Mund. Schnelles oder unregelmäßiges Herzschlagen und Unruhe sind die weiteren, relativ häufig zu beobachtenden Nebenwirkungen. Alle anderen Symptome treten eher selten auf. Die Halbwertszeit (Zeit, in der das Mittel in seiner Konzentration im Körper halbiert wird) beträgt etwa 5 Stunden. Sowohl Wirkung als auch Nebenwirkungen – wenn vorhanden – verlieren sich also nach einigen Stunden.  

Fazit – in der Hand des Arztes und des verantwortungsvollen Patienten
ist Buscopan ein bewährtes Krampfmittel

Buthylscopolamin wird in der Regel nicht dauerhaft angewendet, sondern quasi als Notfallmittel bei akuten krampfartigen Zuständen. Der Arzt bedient sich dabei der Spritze, der Patient hat es meist in der Hausapotheke als Zäpfchen oder Dragee zur Verfügung. Richtig angewandt (unter Beachtung der Gegenanzeigen) ist Buthylscopolamin ein millionenfach bewährtes Krampfmittel, an welches gedacht werden sollte, wenn man mit einfachen, naturheilkundlichen krampflösenden Maßnahmen (z.B. feuchtwarme Wickel, das Homöopathikum Belladonna oder das homöopathische Kombinationsmittel Spascupreel®) keinen ausreichenden Erfolg erzielt. 

Buscopan - Anwendung: Spasmen im Bereich von Magen, Darm, Gallenwegen und ableitenden Harnwegen sowie der weiblichen Geschlechtsorgane 

Buscopan - Gegenanzeigen:

-          Engwinkelglaukom (grüner Star)

-          Blasenentleerungsstörungen mit Restharnbildung

-          Mechanische Verengungen im Bereich des Magen-Darm-Kanals

-          Tachyarrhythmie (schnelles, unregelmäßiges Herzschlagen)

-          Megakolon (Erweiterung des Dickdarmes)

-          Myasthenia gravis (Autoimmunerkrankung der Muskulatur mit Muskelschwäche)

Schwangerschaft: Strenge Indikationsstellung im 3. Trimenon und unter der Geburt.

Stillzeit: Kontraindiziert.

Buscopan - Nebenwirkungen:

-          Haut: Abnahme der Schweißdrüsensekretion (Wärmestau) und Hautrötung

-          Nervensystem und Psyche: Zentralnervöse Störungen (z. B. Unruhe, Halluzinationen)

-          Augen: Akkomodationsstörungen und Glaukomauslösung (Engwinkelglaukom)

-          Magen-Darm-Trakt: Mundtrockenheit

-          Herz: Tachykardie (schnelles Herzschlagen)

-          Urogenitaltrakt: Miktionsbeschwerden (Schwierigkeiten beim Wasserlassen)

-          Herz-Kreislauf: Selten Blutdruckabfall oder Schwindel

-          Überempfindlichkeitsreaktion wie Urticaria, angioneurotisches Ödem oder Luftnot.

-          Sehr selten Schockreaktion

Buscopan - Wechselwirkungen:

-          Amantadin

-          Chinidin

-          Tri- und tetracyclische Antidepressiva

-          Dopaminantagonisten (z. B. Metoclopramid)

-          Antihistaminika, Disopyramid, ß-Sympathomimetika

-          Einnahme von Buthylscopolamin bei Patienten mit diesen Medikamenten nur nach ärztlicher
      Rücksprache

Buscopan - Hinweise

-          Reaktionsvermögen beeinträchtigt!

Dieser Artikel wird mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift „Naturarzt“ www.naturarzt-access.de abgedruckt.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit  

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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Aktualisiert: Juni 2010

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